Die Kriegerschule

 Menschsein erfordert die Arbeit an sich selbst.

In der Kriegerschule gehen wir davon aus, dass Menschsein nicht von vorneherein in einem umfassenden Sinne gegeben ist, sondern erst in einem lebenslangen Ringen, in der Auseinandersetzung mit sich selbst und anderen, hervorgebracht wird.

Die Metaphorik des Kriegers bringt dieses Bemühen und die Haltung, die auf die Überwindung des Selbst, dem übersteigerten Gefühl der eigenen Wichtigkeit gerichtet ist, zum Ausdruck.

Die Kriegerschule ist eine Achtsamkeitschule. Sie lehrt Dich eine unbeugsame Absicht zu entwickeln und gleichwohl behutsam wie zurückhaltend mit allem und jedem in Beziehung zu treten.

 

Die Arbeit an sich selbst, das gemeinsame Studium mit anderen und die Verwirklichung der Lehre: damit werden die drei Dimensionen des Lernens umschrieben. Das Ziel, das Du dabei in der Kriegerschule verfolgst, besteht paradoxerweise in seiner eigenen Voraussetzung:

Alleinsein und Verantwortung

Wenn wir unser grundlegendes Alleinsein und die damit verbundene Verantwortung anerkennen können, dann begegnen wir uns auf derselben Ebene, auf Augenhöhe, mit wohlwollendem Interesse und mit Vorsicht.

 

Dann beginnen wir Lernen als eine Bewegung in Beziehung und Bezogensein zu verstehen. Die Antworten die wir in einem solchen Prozess finden, müssen fortwährend in einem unmittelbaren Gewahrsein erneuert und bestätigt werden. Das bedeutet schließlich nichts anderes als jede Form von Autorität, Glaube und Ideologie in sich zu beenden und damit zu beginnen, die Welt mit eigenen Augen zu sehen.

 

In einem solchen Alleinsein wird die Bedeutung der Liebe und des Lebendigseins zum Mittelpunkt Deines Wirkens. 


Zum Begriff des Kriegers

Die Tradition der Kriegerschaft lässt sich in vielen Kulturen und durch verschiedene Zeiten hindurch finden. Im Werk Castanedas wird das Konzept des Kriegers durch den Lehrer Don Juan übermittelt. Mit ihm ist beabsichtigt, die dem Menschen innewohnende Trägheit zu konfrontieren, die ihn vom Lernen abhält und damit von seiner ihm möglichen Freiheit.

In der Shambala-Lehre etwa weist 'Kriegerschaft' auf die Qualität der Unerschrockenheit und Furchtlosigkeit eines Menschen hin. Sie zeigt die Möglichkeit auf, inmitten einer von Problemen bedrohten Welt, freundlich zu sein und das grundlegende Gutsein in sich zu entdecken.